Krügerrand
Schon in vorchristlicher Zeit wurden Münzen aus Gold als Zahlungsmittel verwendet. Zuerst waren es so genannte Kurantmünzen, deren Wert durch das verarbeitete Edelmetall, beispielsweise Gold, Silber oder Kupfer, gesichert war. Diese wurden aber immer mehr von Scheidemünzen abgelöst, deren Materialwert weit unter dem gesetzlich festgelegten Nennwert liegt. Heutzutage sind nur noch wenige Münzen ohne geprägten Nennwert als Zahlungsmittel anerkannt und werden auch kaum als solches verwendet.
Eine heute noch in Südafrika als Währung anerkannte Goldmünze ist der Krügerrand. Er ist jedoch nicht als Bargeld gedacht und hat deshalb auch keinen aufgeprägten Nennwert. Benannt wurde der Krügerrand nach der Währung Südamerikas, dem Rand, und dem südamerikanischen Politiker Paul Krüger (1825-1904). So ziert auch sein Porträt die Vorderseite der bekannten Goldmünze, auf deren Rückseite das südafrikanische Nationaltier, die Springbock-Antilope zu sehen ist.
Der Krügerrand wurde ab dem Jahr 1967 von der Pretoria Mint hergestellt und seine geprägte Stückzahl stieg bis in die Achtzigerjahre stets an. Lange gab es den Krügerrand nur mit einem Goldanteil von genau einer Unze Gold bei einem Gewicht von 33,9 g (22 Karat). Das Rohgewicht ist ein Wenig höher als das reine Goldgewicht, da zur Erhöhung der Kratzfestigkeit des Krügerrand eine Legierung aus Gold mit Kupferanteilen verwendet wurde. Seit 1980 werden auch kleinere Krügerrand Goldmünzen mit einer halben, einer Viertel und einer Zehntel Unze Feingold, hergestellt. Die kleineren Münzen unterscheiden sich allein in Größe und Gewicht von dem traditionellen Krügerrand mit einer Unze.
Die EG und die USA beschlossen Mitte der Achtziger aufgrund der Apartheid ein Einfuhrverbot für den Krügerrand, wodurch die jährliche Auflage in den Keller fiel. Seit Aufhebung des Einfuhrverbots Ende der Neunziger erholt sich die Jahresproduktion zwar, tut die jedoch nur sehr langsam und wird wohl kaum wieder Höchststände über drei Millionen erreichen, wie das in den Siebzigerjahren der Fall war.
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